Was ist Greenwashing?

Greenwashing? Worauf du bei deinem Nachhaltigkeitsmarketing achten solltest!

Greenwashing oder auch „grün waschen“ ist quasi die Geldwäsche in der Vermarktung von Corporate Social Responsibility Maßnahmen. Green Marketing wird immer dann zum Greenwashing, wenn dem Verbraucher bewusst vorgetäuscht wird, dass das Unternehmen oder das Produkt besonders nachhaltig und umweltfreundlich ist.

Ein Unternehmen verpasst sich selbst also sprichwörtlich einen grünen Anstrich, ohne tatsächlich grün zu sein. Diese Methode nennt man Greenwashing.

Warum tun Unternehmen das? Ganz einfach! Soziale Verantwortung und Umweltschutz vermarkten sich gut. Unternehmen versprechen sich vom Green Marketing neben Ertragssteigerungen beispielsweise ein besseres Image.

Wer Greenwashing betreibt, möchte aber nicht nachhaltig handeln, sondern verfolgt rein ökonomische Interessen. Ziel ist also von der Wirkung zu profitieren, ohne etwas dafür tun zu müssen.

Warum Greenwashing?

Nachhaltigkeit wird aktuell so heiß diskutiert wie noch nie. Die Politik muss handeln, wenn die Klimaziele erreicht werden sollen. Daher werden nachhaltige Unternehmen zunehmend gefördert. Dies sorgt nicht nur für günstige Kredite, sondern auch für Aufmerksamkeit in der Presse.

Aber auch der Konsument trägt seinen Teil bei. In Zeiten wie diesen, in denen die Wirtschaftslage besonders gut ist, widmet sich der Verbraucher höheren Zielen als der Befriedigung seiner lebensnotwendigen Bedürfnisse. Ob Bio Lebensmittel, vegane Ernährung oder fair trade Kleidung. Grün Leben ist längst nicht mehr nur ein Randgruppenthema. Es ist vielmehr ein absolutes Trendthema. Wer sich heute vegan oder biologisch ernährt und sich für die Gesellschaft engagiert, ist hip.

Und überhaupt, wer grüne Produkte kauft, hat auch direkt etwas Gutes für das eigene Gewissen getan. Unternehmen profitieren davon. Denn im Gegenzug für das reine Gewissen greift der Kunde gerne etwas tiefer in die Tasche.

Welches Unternehmen findet es nicht gut, wenn Verbraucher mehr für die eigenen Produkte oder Dienstleistungen zahlt?

Greenwashing – Ist die Angst vor schlechter Presse berechtigt?

Wieso also nicht grün anmalen und so Umsatzsteigerungen erwirtschaften? Und welcher Verbraucher blickt bei den ganzen Siegeln und Zertifizierungen schon noch durch? Genau das macht Greenwashing für Unternehmen so charamant. Aber Vorsicht!

Wer Greenwashing betreibt, sollte die Konsequenzen sorgfältig abwägen. Denn Kunden und Verbrauchschutzorganisationen schauen gerade bei grünen Kampagnen besonders genau hin.

Die Wahrscheinlichkeit mit einer solchen Kampagne erfolgreich zu sein, ist daher eher gering. Außerdem ist das Risiko für einen nachhaltigen Imageschaden extrem hoch. Daher Augen auf beim Green Marketing damit du gar nicht erst mit dem Vorwurf des Greenwashings konfrontiert wirst!

Wenn du nicht nachhaltig bist - suggeriere es auch nicht!

Du willst den Trend nicht verpassen und von dem Ökotrend profitieren? Keine Panik - lass dir Zeit! Das Thema Umweltschutz und soziale Verantwortung ist kein kurzfristiger Trend.

Wenn du also heute nicht nachhaltig bist, ist das kein Weltuntergang. Es ist wichtig, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Aber deshalb bist du ja hier – also „take your time and do it right“! Mit Schnellschüssen hat noch keiner die Welt erobert.

Plane deine Green Marketing Kampagnen sorgfältig und langfristig – ganz im Sinne der Nachhaltigkeit. So ist dein Erfolg garantiert!

Die sechs häufigsten Arten von Greenwashing

Nachfolgend findest du die sechs häufigsten Anwendungsfälle von Greenwashing inklusive praktischen Beispielen:

  1. Falschaussage: Falsche Aussage zur Umweltfreundlichkeit. Aktuell: Abgaswerte.
  2. Vorgeschobene Eigenschaft: Wenn eine wenig relevante aber positive Eigenschaft eine andere, Negative verdeckt. Ist es wichtig, dass das Etikett einer Plastikflasche biologisch abbaubar ist?
  3. Fake Siegel: Nutzung von „erfundenen“ Siegeln oder Produktauszeichnungen, ohne dass es je eine Studie bewiesen hätte oder das Produkt getestet wurde.
  4. Irrelevante Eigenschaften: Positive aber irrelevante Eigenschaften. Ein Beispiel: Autohersteller wirbt damit, dass die Autositze aus Bio-Baumwolle sind.
  5. Unklare Formulierung: Eigenschaften die zwar korrekt sind aber den Konsumenten eher verwirren, als dass sie Nutzen stiften. Beispielsweise der vegane Apfel.
  6. Grüner Anstrich: Produkte grün anstreichen, die eigentlich äußerst schädlich sind. Beispiel: Die aktuelle Kampagne von Philip Morris wirbt mit „nachhaltigen Zigaretten“ und hat den Slogan „smoke free“.

Beispiele für Greenwashing

Viele große Unternehmen sahen sich in der Vergangenheit bereits mit dem Vorwurf des Greenwashings konfrontiert. Besonders bizarr sind die Kampagnen vom Ölriesen BP, dessen Ölplattform im Golf von Mexico passend zur Kampagne vor einigen Jahren in die Luft flog und große Schäden anrichtete.

Auch McDonalds wollte auf den Nachhaltigkeitstrend aufspringen. Nicht nur, dass das Essen nicht gesund ist. Fast-Food Restaurants wie McDonalds produzieren auch Unmengen von Verpackungsmüll. Von Produktionsbedingungen fangen wir besser gar nicht erst an. Da hilft dann auch kein grünes Logo.

Also Vorsicht vor Grünfärberei!

Green Marketing - CSR richtig vermarkten

Tue Gutes und sprich darüber! Nimm deine Corporate Social Responsibility Aktivitäten ernst. Noch besser: Richte deine komplette Unternehmensstrategie danach aus. Überlege sorgfältig, welche Maßnahmen dein Unternehmen oder deine Produkte wirklich nachhaltig machen und erarbeite ein Konzept für deine Nachhaltigkeitskommunikation.

Keine Angst! Wenn du wirklich Verantwortung übernimmst und dich für den Umweltschutz und Nachhaltigkeitsthemen engagierst, musst du vor dem Vorwurf des Greenwashings keine Angst haben. Ob Kunden, Kreditgeber, Regierung oder Presse - echtes Engagement zahlt sich aus.

  • Ernsthaft

    Nimm deine Corporate Social Responsibility Aktivitäten ernst.

  • Strategisch

    Richte dein Unternehmen nachhaltig aus und implementiere CSR als festen Bestandteil deiner Unternehmensstrategie.

  • Ehrlich

    Sei ehrlich! Verschleiere nichts und halte dich an die Tatsachen.

  • Offen

    Gehe offen mit deine Nachhaltigkeitsaktivitäten um und sprich auch Dinge an, an denen du noch arbeiten musst.

Nachhaltige Unternehmen - CSR in der Praxis

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